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"In der Schule bin ich immer das Mädchen, das stundenlang über die dümmsten Witze lachen kann. Und ja, ich bin glücklich, doch dann gibt es diese Momente in denen mir wieder alles einfällt, der ganze Schmerz kommt mit einem Schlag zurück. Nachmittags komme ich völlig erschöpft von der Schule heim. Mittagessen verbietet mir die Stimme in meinem Kopf, darf ich vorstellen-die Essstörung. Sie ist auch der Grund weshalb ich mich jeden Tag zwinge Sport zu machen. Später, während ich lerne breche ich in Tränen aus, weil ich alles nicht mehr aushalte. Ich setze mich meine Ziele immer viel zu hoch. Meine Leistungen sind mir nie genug, mich holt das schlechte gewissen wieder ein. Ich würde so gerne mit meiner Familie Abendessen, aber auch das verbietet mir diese Stimme in meinem Kopf. Alleine lege ich mich in mein Bett, denke über den Tag nach. Mir fallen alle Dinge ein, die ich falsch gemacht habe. Langsam laufen mir die Tränen über die Wangen. Ich frage mich, wie man einen Kampf gegen sich selbst gewinnen kann? Ich hab so Angst vor dem nächsten Tag. Es zerstört mich. Immer will ich für alle ‘Perfekt’ sein. Doch was bedeutet Perfekt? Gibt es ein Perfekt? Die Tränen werden langsam mehr-die Verzweiflung größer. Doch das alles sieht keiner-ich bin für alle das fröhliche Mädchen, weil traurig sein nicht in das Bild vom ‘perfekt sein’ passt. Wieso kann ich jedem vergeben nur mir nie? Für meine Freundinnen hab ich auch keine Zeit mehr, weil ich viel zu sehr in meiner eigenen Welt versunken bin. Morgen beginnt das selbe von vorne-jeden Tag auf’s neue. Wie lange muss ich das noch aushalten? Keiner sieht wie viel Kraft es mich kostet jeden Morgen aufzustehen, als hätte ich nie geweint."